Hochleistungsmedizin mit Herz
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Mammazentrum

Senologie (Brusterkrankungen)

Das Mammazentrum am Klinikum Deggendorf ist nach den Richtlinien der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Gesellschaft für Senologie und nach DIN ISO 9001:2000 seit September 2004 zertifiziert. Zusätzlich werden die Richtlinien der EUSOMA (European Society of Mastology) mit Früherkennung und Diagnostik von Brusterkrankungen erfüllt. Im Jahre 2008 wurden im Mammazentrum ca. 280 Mammacarcinome primär diagnostiziert und behandelt.

 

Das Leistungsspektrum umfasst:

  • Präoperative und postoperative Beratung bzw. Erarbeitung eines onkologischen Therapiekonzepts
  • Konsiliarische Vorstellung zur Zweitmeinung u. bei unklarer Fragestellung bzgl. Diagnostik u. Therapie
  • Ambulante Durchführung von adjuvanter und palliativer Chemotherapie, Hormontherapie, Antikörpertherapie und sonstiger Zytostatikagaben
  • plastische Sprechstunde
  • Studiensprechstunde
  • Sprechstunde für familiär belastete Personen mit humangenetischer Beratung.
  • DMP-Klinik
  • Teilnahme an Therapieoptimierungsstudien der Arbeitsgemeinschaft für Onkologie  (AGO) und der Deutschen Gesellschaft für Brustkrebs  (GBG)
  • Teilnahme an der europäischen Multicenterstudie zur Teilbestrahlung der Brust durch Brachytherapie in Zusammenarbeit mit der Strahlentherapie Regensburg, Barmherzige Brüder
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  • Adobe Reader Dokument Übersicht der laufenden Studien im Bereich Mammakarzinom (1212 KB)


Operative Therapie

  • Präferenz der brusterhaltenden Therapie (bis zu 80%) als Standardoperation des Mammakarzinoms
  • Sentinellymphknotenentfernung (Wächterlymphknoten) nach lymphszintigraphischer Markierung mit dem Ziel einer minimalen Traumatisierung der Axilla (bei Tumoren unter zwei Zentimeter in über 90 Prozent der Fälle möglich)
  • Primäre und sekundäre Rekonstruktion: Wiederaufbau der Brust durch Eigengewebe oder Fremdmaterial in Zusammenarbeit mit plastischer Chirurgie
  • Kosmetische Mammareduktions- und Aufbauplastiken
  • Rezidivoperationen
  • Operation gutartiger Erkrankungen und Fehlbildungen der Brust

 

Onkologische Therapie

  • Erarbeitung eines onkologischen Therapiekonzepts für die einzelne betroffene Patientin in Zusammenarbeit mit der Kerngruppe des Brustzentrums
  • Präoperative / postoperative Fallkonferenz
  • Neoadjuvante Hormon- und Chemotherapie bei primär nicht brusterhaltend operablem Mammakarzinom
  • Adjuvante Chemo- und Hormontherapie im Rahmen des primären Behandlungskonzepts
  • Systemische Therapie des metastasierten Mammakarzinoms


Psycho-onkologische Therapie

  • Unterstützung und Hilfe bei der Diagnose- und Krankheitsverarbeitung
  • Einzel- und Gruppengespräche
  • Sprechstunde für Angehörige
  • Eltern- und Kindersprechstunde
  • Maltherapie
  • Visualisierung nach Simonton

 

Beschreibung (14 KB)

 

Psychosoziale Beratung

Beschreibung (19 KB)

 

Senologie

  • Kassenärztliche Versorgung bei Überweisung durch Vertragsärzte und durch zugelassene Frauenärzte
  • Physiotherapie und Einleitung von Rehabilitationsmaßnahmen
  • Beratung durch den Sozialpädagogischen Dienst der Bayerischen Krebsgesellschaft e.V. und den Sozialdienst des Klinikums
  • Besuch von Patientinnen stationär und ambulant durch den Besuchsdienst der Selbsthilfegruppen der Bayerischen Krebsgesellschaft e.V.
  • Schmerztherapie
  • Palliativmedizin
  • Ernährungsberatung
  • Perücken und Kosmetikberatung
  • Angebot von Unterwassergymnastik, Qui-Gong, Onkowalking und geplantes Fatigueprogramm
  • Pflegerische und psychosoziale Begleitung durch speziell ausgebildete "Breast Care"-Schwestern


Radiologische Diagnostik und interventionelle Mammadiagnostik in Zusammenarbeit mit dem Kooperationspartner Radiologische Gemeinschaftspraxis (seit November 2006 Programmverantwortliche Leitung für Screening)

  • Mammographie (Kurativ und Screening)
    • Reduktion der Strahlendosis durch modernste Technik
    • konstante Qualitätsüberprüfung
    • mehr als 6000 Mammographien jährlich
    • jede Mammographie wird von einem zweiten erfahrenen Radiologen doppelt befundet
  • Sonographie (hochauflösende Schallköpfe (7,5 – 13MHz))
  • Magnetresonanztomographie (Schichtaufnahmen beider Brüste ohne Strahlenbelastung)
  • Punktionen (Anwendung bei unklaren Herdbefunden zur raschen Diagnosefindung)
    Ultraschallgezielt:
    Ultraschallkontrolliert werden in örtlicher Betäubung kleine Gewebeproben für den Pathologen entnommen
    Digitale Vakuumstanzbiopsie (Fisher-Tisch):
    Kleine Veränderungen werden in örtlicher Betäubung entfernt und es wird das erforderliche Gewebematerial zur Diagnosestellung durch den Pathologen gewonnen
  • Präoperative Drahtmarkierung (Markierungen sonographisch oder stereotaktisch) von kleinen nicht tastbaren Herdbefunden oder Kalkgruppierungen direkt vor der Operation, damit diese während des Eingriffs sicher entfernt werden können

 

Plastische Chirurgie

siehe Kooperationspartner

 

Strahlentherapie

siehe Kooperationspartner

 

Radiologische und nuklearmedizinische Untersuchungen

Das radiologische Institut bietet alle gängigen Untersuchungsmethoden (z.B. auch die präoperative nuklearmedizinische Markierung des so genannten Wächterlymphknotens) die eventuell zusätzlich notwendig werden können.


Pathologische Mammadiagnostik

Jährliche Beurteilung und Aufarbeitung von etwa 1600 Mammapräparaten

  • Immunhistochemische Bestimmung aller modernen Prognosefaktoren, z.B. Her-2-neu und Proteasen
  • Aufarbeitung des Sentinel-Lymphknotens (erster Lymphknoten im Abflussgebiet eines Tumors) unter Studienbedingungen
  • Sorgfältige Aufarbeitung eines Carcinoma in situ (Oberflächenkarzinom, welches noch nicht in seine Umgebung eingewachsen ist) nach moderner Risiko Einteilung (Van Nuys-Score)

 

Humangenetisches Beratungsgespräch und Molekulargenetische Diagnostik

Etwa 5% aller Mammakarzinome sind Folge einer Mutation im BRCA1- oder BRCA2-Gen. Das durch den Gendefekt verursachte Krankheitsbild wird im deutschen Sprachraum als "familiäres Mamma- und Ovarialkarzinom" bezeichnet (engl. Hereditary Breast and Ovarian Cancer, HMOC). Da Anlageträger/innen keinerlei klinische Zeichen aufweisen, spricht der Genetiker von einer nichtsyndromalen Krebsdisposition. Bisher sind keine geeigneten histologischen Kriterien für ein Screening nach BRCA1/2-assoziierten Tumoren entwickelt worden. Der Hinweis auf ein "familiäres Mamma- und Ovarialkarzinom" ergibt sich ausschließlich über die Erfragung des Familienstammbaumes. Ausnahme ist die Gruppe der Frauen mit beidseitigem Mammakarzinom vor dem 50. LJ und mit Brustkrebs vor dem 30. LJ. In diesen Fällen ist die Wahrscheinlichkeit einer BRCA-Mutation auch ohne positive Familienanamnese > 10%.